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Sommerferien | Juni 2020

Vieles ist anders in diesem Jahr als es bisher immer gewesen ist. Nach einem tollen musikalischen Start in das Jahr 2020 brach Corona über die Welt hinein und brachte auch unser Chorleben zum Erliegen. Proben, Messen und Konzerte wurden abgesagt.

Die Johannespassion von Schütz mit dem Kammerchor, das Konzert zum 75-jährigen Kriegsende, Messen und Hochfeste wie Christi Himmelfahrt und Fronleichnam fielen für den Chor aus. Auch der jährliche Chorausflug ins IRRLAND und das Chorfest konnten nicht stattfinden. Besonders traurig war auch, dass die Feierliche Aufnahme der Vorschüler in den Chor nicht durchgeführt werden konnte. Als kleiner Lichtblick durfte zwar eine Kammerchorbesetzung in der Messe singen, doch zeigt sich, wie sehr das Chorleben unter Corona leidet.

Eigentlich wäre der Konzertchor zum Beginn dieser Sommerferien an diesem Wochenende (27.6.) nach Lecco (Norditalien) zum Festival Zelioli aufgebrochen. Stattdessen bleiben wir nun jedoch zu Hause.

Auch wenn weiterhin nicht klar ist, wann gemeinsames Proben und Singen wieder erlaubt ist, gibt es doch auch erste Lichtblicke. Bereits zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen arbeitete Herr Martini unermüdlich daran das Chorleben weiterzuführen und startete ein Videoprojekt, bei dem alle Sänger von zu Hause einen Beitrag leisten konnten. Nach dem letzten gemeinsamen Abendgebet am 13.3. im Dom, bei dem eine traurige, ernste und sehr unwirkliche Stimmung herrschte, waren viele froh, wieder singen zu können und entsprechend groß war die Beteiligung.

Das Video erfuhr überwältigendes positives Feedback, sodass bald darauf ein zweites Projekt gestartet wurde, bei dem sich noch mehr Sänger beteiligten:

Bald darauf gab die erste wirkliche Veränderung für das Chorleben, da Stimmbildung als Einzelunterricht wieder erlaubt wurde. Chorleiter Harald Martini erstellte einen komplexen Probenplan, der es allen Sängern ermöglichte einmal in der Woche zur Stimmbildung zu kommen. Das war nur möglich durch seine tolle Arbeit und die große Bereitschaft der Stimmbildnerinnen Christine Alexander und Lea Tigges das Singen wieder zu ermöglichen.

Es wurden alle Maßnahmen ergriffen, um ein sicheres Singen zu garantieren. Getrennte Ein- und Ausgänge, große Räume für die Stimmbildungsarbeit und Schutzschirme wurden geplant und aufgestellt.

Der Kammerchor war durch die Zwangspause um seinen ersten Auftritt gebracht worden. Eigentlich hätte die ca. 20 Personen Gruppe in der Karwoche die Johannespassion von H. Schütz singen sollen. Stattdessen wurde nun ein weiteres Videoprojekt gemacht. Obwohl die Sänger nicht gemeinsam zum Singen im Dom stehen durfen, sollte das Video doch wenigstens den Eindruck erwecken.

Inzwischen war das Singen in Kleingruppen erlaubt worden, sodass die Tonaufnahme nicht jeder alleine singen musste. Stattdessen konnten wir in Kleingruppen die Musik aufnehmen und anschließend die Sänger einzeln im Dom filmen.
Als Ergebnis kam Hebe deine Augen auf von F. Mendelssohn Bartholdy heraus.

So machten wir das Beste aus der Situation und suchten immer nach Wegen wieder zu singen und Alltag herzustellen.

Verschiedene Aktionen wurden über das chorinterne Forum geplant, um Abwechslung in den lästigen Corona-Trott zu bringen. Jede Woche gab es neue Videos, Foto-Challenges oder Projekte. So entstand unter anderem der Beitrag der Männerstimmen zur Klopapier-Challenge.

Aus einer zufälligen Begegnung bei einem Straßenkonzert ergab sich die Idee zum Gedenken an das 75-jährige Kriegsende doch einen kleinen Beitrag zu machen. Gemeinsam mit einigen Musikern der Essener Philharmoniker, Domorganist Sebastian Küchler-Blessing, den Essener Domsingknaben und Gregor Linssen enstand das kurze Musikvideo Lacrimosa aus dem Requiem d-moll von W.A. Mozart.

Inzwischen ist die Größe der Probengruppe an der Raumgröße ausgerichtet, sodass die Stimmgruppen mit bis zu 12 Sängern gleichzeitig proben können. Durch diese Vergrößerung der Probengruppen war das Proben zweimal pro Woche wieder möglich. In den letzten Wochen konnte deshalb intensiv an einigen Stücken geprobt werden.

Nun zum Beginn der Sommerferien durfte der Chor gemeinsam mit Dompropst und Chorpräses Thomas Zander eine kleine Vesper im Dom feiern. Dort wurden auch zwei der intensiv geprobten Stücke zum ersten Mal gemeinsam gesungen. ‚Denn er hat seinen Engeln‘ von F. Mendelssohn und ‚Abendlied‘ J. Rheinberger. Es war ein tolles Gefühl (wenn auch mit Abstand) wieder gemeinsam zu singen. Zum Abschluss der Vesper gab es noch ein spontanes Foto auf dem Domplatz mit genügend Sicherheitsabstand (Titelfoto).

Nun sind die Sommerferien da und viele Sänger und ihre Familien bleiben zu Hause. Aus diesem Grund haben die Männerstimmen ein großes Ferienprogramm ausgearbeitet, an dem alle Sänger eingeladen sind teilzunehmen (Berichte folgen).

Unsere Chorheimat, die Domsingschule, wird aktuell umfangreich saniert und umgebaut, eine kleine Besetzung hatte letzte Woche die Chance den neuen Singsaal bereits zu testen. Dazu wird es in den nächsten Wochen ein neues Video geben. Wir freuen uns bereits jetzt darauf, nächstes Jahr dort wieder einziehen zu können.

Nun zum Abschluss dieses Berichtes noch ein nettes Bild, das die gesamte Situation gut zusammenfasst. Es können zurzeit Dinge gemacht werden, für die sonst nicht viel Zeit bleibt, aber irgendwie hängen wir doch alle in der Schwebe.

Wir wünschen Ihnen und euch tolle und erholsame Sommerferien! Wir hoffen sehr darauf, dass es nach den Sommerferien weitere Erleichterungen für uns gibt und ein geregelter Choralltag wieder möglich wird. Bleibt alle gesund!