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Choral@Romantik.20 – Gesprächskonzerte auf der Domempore

Ganz eigentlich für meine Clara [Schumann]: frühe Choralvorspiele von Johannes Brahms im Gesprächskonzert am 13. Februar

Die Orgel als „das“ sakrale Instrument schlechthin ist wohl mit kaum einer Werkgattung so verbunden wie mit dem des Chorals – einerseits des gregorianischen Chorals, wenn in Mittelalter und Barock etwa entsprechende Wechselgesänge zwischen Schola und Orgel musiziert wurden, andererseits und vor allem aber des (orgelbegleiteten) Gemeindechorals, der vor allem aus evangelisch-lutherischer Praxis erwachsen ist und eine erste Blütezeit sicherlich in der Zeit um Johann Sebastian Bach erlebte.

Wenn nun Komponisten zur Zeit der Romantik sich mit Chorälen auseinandersetzten, geschah das zum einen aus persönlicher Erfahrung gottesdienstlichen Lebens, zum anderen – „Die Protestanten wissen nicht, was sie an ihrem Chorale haben!“ (Max Reger) – aus inhaltlicher Auseinandersetzung mit Text und Musik und zu einem gewissen Teil auch als Umgang mit dem kompositorischen Werk der „Alten“: so findet Franz Liszt etwa musikalischen Ausdruck für eine persönliche Katastrophe, den Tod seiner Tochter Blandine, in einer musikalischen Verarbeitung der Bach-Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ (dieser Eingangschor, der ihm Grundlage für ein gut zwanzigminütiges Werk wird, ist gleichzeitig das „Cruxifixus“ aus der h-moll-Messe), an dessen Ende er als Trost und Apotheose den Choral „Was Gott tut, das ist wohlgethan“ setzt. Einige Jahre früher, beim Tod des Sohnes Daniel noch, hatte er den selben Chor für ein Praeludium für Klavier verwendet – das aber endet ohne den erlösenden Choral im Dunkel.

Von geradezu jenseitigem Leuchten ist das Klingen, in das Johannes Brahms den unmittelbar vor seinem Tode entstandenen Choral „O Welt, ich muss dich lassen“ kleidet, und so ein ebenso berührendes Lebens- und Glaubenszeugnis, wie wenn Franz Liszt für seine „Via crucis“ inspiriert ist vom Beten des Kreuzweges und dem immerwiederkehrenden Ruf: O crux, ave! – O Kreuz, sei mir gegrüßt!

Kommende Termine:

 

Choral@Romantik.20_1

 

Ganz eigentlich für meine Clara

Frühe Choralvorspiele von Johannes Brahms

 

Donnerstag, 13. Februar 2020, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Romantik.20_2

 

Mit keiner anderen Stimme als der des Herzens

Franz Liszt: Via crucis

 

Donnerstag, 26. März 2020, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

 

Choral@Romantik.20_3

 

Was Gott tut, das ist wohlgethan

Liszt: „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“

 

Donnerstag, 28. Mai 2020, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

 

Choral@Romantik.20_4

 

O Welt, ich muss dich lassen

Brahms: die im Todesjahr entstandenen Choralvorspiele

 

Donnerstag, 5. November 2020, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

 

 

Vergangene Termine :

 

Choral@ohneWorte.19

 

Zunächst und vordergründig mag als unmöglich erscheinen, Choral ohne Worte zu denken und darauf gar eine kleine Konzertreihe zu gründen – ist doch der gregorianische Choral als erste notierte Musik der Menschheitsgeschichte und den der römischen Liturgie eigenen Gesang aus der Sprache erwachsen und sah Martin Luther, wie in den vergangenen Auflagen dieser Gesprächskonzerte dargestellt, den Choral als die Möglichkeit, Glaubensinhalte zu vermitteln.

„Choral ohne Worte“ nun also: dieser Titel orientiert an den Liedern ohne Worte, jener Gattung, die Felix Mendelssohn Bartholdy quasi im Alleingang erfand, und mit der die romantische Gefühlswelt des Kunstlieds auf Klavier solo übertragen wird. César Franck schuf nach einem Unfall an der Schwelle des Todes drei Choräle, die ihre Melodie aus sich selbst schöpfen und ohne Text sprechen – doch wie beredsam sind die Klänge, die er findet, welche Welten verbergen sich hinter dieser so rätselhaften und doch Alles ausdrückenden Musik!

Die Forschung der Musikwissenschaftlerin Helga Thoene beleuchtet der Abend mit der romantischen Umprägung der Bach-Chaconne: ihrer Überzeugung nach verarbeitet Bach darin viele, in der Umsetzung auf Violine eben wort-los bleibende Choräle als Reaktion auf den Tod seiner ersten Frau, während die Abende mit Liszt und Reubke ganz dem an einer bestimmten Idee, nie aber wirklich wortgebundenen romantischen Geist der hochvirtuosen Großform gewidmet sind.

 

 

Choral@ohneWorte.19_1

 

Prophetenfantasie

Franz Liszt: Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ aus Meyerbeers Oper „Der Prophet“

 

Donnerstag, 31. Januar 2019, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@ohneWorte.19_2

 

Rachepsalm

Julius Reubke: Sonate „Der 94. Psalm“

 

Donnerstag, 28. März 2019, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@ohneWorte.19_3

 

Tanz oder Tombeau?

Bach-Busoni: Chaconne d-moll

 

Donnerstag, 16. Mai 2019, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@ohneWorte.19_4

 

Den Tod vor Augen

César Franck: Trois Chorals pour Grand Orgue

 

Donnerstag, 7. November 2019, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

 

Choral@Leben.18

 

Drei große Gebete der Bibel – Magnicat, der Lobgesang Mariens, das Vater unser und das Nunc dimittis, der Lobgesang des greisen Simeon – sowie die Pfingstantiphon „Veni, sancte spiritus“ sind in ihrer meisterhaften Vertonung durch Komponisten von Früh- und Hochbarock Thema der diesjährigen Gesprächskonzerte auf der Orgelempore mit Domkapitular Dr. Michael Dörnemann und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing.

 

Ihre bis heute einzigartige Tiefe der Texte und der prachtvolle Orgelklang, in dessen Gewand die Komponisten diese Texte hüllten, werden inhaltlich wie musikalisch erschlossen und laden ein, die wichtige Brücke fürs Leben zu schaffen: Intelligo, ut credam („Ich verstehe, damit ich glauben kann“) – Credo, ut intelligam („Ich glaube, damit ich erkennen kann“).

 

Choral@Leben.18_1

 

Magnificat – Meine Seele erhebt den Herren

Dieterich Buxtehude: Magnificat primi toni BuxWV 203

 

Donnerstag, 11. Januar 2018, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Leben.18_2

 

Pater noster – Vater unser

Johann Ulrich Steigleder: Tabulatur Buch darinnen Daß Vatter unser (1627)

 

Donnerstag, 8. März 2018, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Leben.18_3

 

Veni sancte spiritus – Komm heiliger Geist

Matthias Weckmann: Komm heiliger Geist, Herre Gott

 

Donnerstag, 24. Mai 2018, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Leben.18_4

 

Nunc dimittis – Nun lässest du, Herr

Dieterich Buxtehude: mit Fried und Freud BuxWV 76

 

Donnerstag, 8. November 2018, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Bach.17

 

Choralgebundene Orgelwerke von Johann Sebastian Bach

 

„Dem Höchsten Gott allein‘ zu Ehren, Dem Nechsten, draus sich zu belehren“

 

Diesen Worten aus dem „Orgelbüchlein“ folgend luden Domkapitular Dr. Michael Dörnemann und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing zur Beschäftigung mit Theologie und Musik im Schaffen von Johann Sebastian Bach ein. In repräsentativen Werken unterschiedlichster Prägung haben sie das Verhältnis von Wort und Musik, die Bedeutung der Theologie und die auch wortlos wirkende Schönheit der Musik beleuchtet.

 

 

Choral@Bach.17_1

Partite diverse sopra „Christ, der du bist der helle Tag“ BWV 766

 

Donnerstag, 9. Februar 2017, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Zusätzlich wurde in der Fastenzeit das krankheitsbedingt ausgefallene Konzert Choral@Reger.16_6 nachgeholt und lud dazu ein, mit der Fantasie über den Choral „Alle Menschen müssen sterben“ op. 52, Nr. 2 die Reger-Abende des vergangenen Jahres nochmals Revue passieren zu lassen.

 

Nachholtermin: Choral@Reger.16_6

 

Phantasie über den Choral „Alle Menschen müssen sterben“ op. 52, Nr. 1

 

Donnerstag, 2. März 2017, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Bach.17_2

Partite diverse sopra „O Jesu, du edle Gabe“ BWV 768, auch bekannt als „Sei gegrüßet, Jesu gütig“

 

Donnerstag, 11. Mai 2017, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Bach.17_3

 

Katechismus-Choräle aus dem 3. Theil der Clavier-Übung

 

Donnerstag, 16. November 2017, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Bach.17_4

 

Canonische Veränderungen über „Vom Himmel hoch“ BWV 769

 

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Reger.16

 

Sämtliche Choralfantasien von Max Reger

 

 

„Das waren Klänge von einer solch ehernen Wucht, erhabenen Majestät und
Weihe, wie sie seit den Tagen Johann Sebastian Bachs wohl nicht mehr von
eines Sterblichen Geist ersonnen; das waren Stentorstimmen, Heroldsrufe,
die den Anbruch einer neuen Epoche auf dem Gebiete der Orgelliteratur
verkünden mussten.“

 

Dieser ersten Reaktion auf die Phantasie D-Dur über den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Adalbert Lindner, erster Musiklehrer von Max Reger, spüren sieben Gesprächskonzerte – immer donnerstags um 20 Uhr auf der Orgelempore des Essener Doms – nach.
Domkapitular Dr. Michael Dörnemann und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing beleuchten den theologischen, historischen und musikalischen Hintergrund dieser Fantasien über protestantische Choräle und stellen dar, warum Reger, selbst „katholisch bis in die Fingerspitzen“, bewusst diese Musik über diese Texte und Melodien schrieb.

 

Choral@Reger.16_1

 

Phantasie über „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ op. 40, 1

 

Donnerstag, 14. Januar 2016, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Reger.16_2

 

Phantasie über „Straf mich nicht mit deinem Zorn“ op. 40, 2

 

Donnerstag, 10. März 2016, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Reger.16_3

 

Phantasie über den Choral „Halleluja! Gott zu loben“ op. 52, Nr. 3

 

Donnerstag, 19. Mai 2016, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Reger.16_4

 

Phantasie D-Dur über den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ op. 27

 

Donnerstag, 20. Oktober 2016, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

 

Choral@Reger.16_5

 

Phantasie für Orgel über den Choral „Freu dich sehr, o meine Seele“ op. 30

 

Donnerstag, 10. November 2016, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

Dieses Konzert musste krankheitsbedingt ausfallen und wurde am Termin von Choral@Reger.16_6 am 24. November nachgeholt.

 

Choral@Reger.16_6

 

Phantasie über den Choral „Alle Menschen müssen sterben“ op. 52, Nr. 1

 

Donnerstag, 24. November 2016, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)

Dieses Konzert wurde am Donnerstag, 2. März 2017 nachgeholt.

 

Choral@Reger.16_7

 

Phantasie und Fuge für Orgel über den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ op. 52, Nr. 2

 

Donnerstag, 15. Dezember 2016, 20 Uhr

Orgelempore im Essener Dom

Zugang jeweils über den Kreuzgang zwischen Anbetungskirche und Haus am Dom (Kettwiger Straße)