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Deutscher Chorwettbewerb 2010

Er kam, sang und siegte – Der Mädchenchor am Essener Dom nimmt am 8. Deutschen Chorwettbewerb 2010 in Dortmund teil!!!

 

Was wir dieses Jahr, 2010, erlebt haben, das wird sicherlich keines der Chormädchen je vergessen! Nachdem wir uns im November 2009 beim Landeschorwettbewerb in Bonn mit hervorragendem Erfolg und 24,2 Punkten von 25 Punkten nicht nur an die Spitze der Mädchenchöre NRWs gesetzt, sondern uns gleichzeitig noch für den 8. Deutschen Chorwettbewerb in Osnabrück qualifiziert hatten, fing Anfang dieses Jahres eine noch intensivere Probenzeit an als vor dem Landeschorwettbewerb. Vom Veranstalter hatten wir eine Zeitspanne von 15- 20 Minuten vorgegeben bekommen und zusätzlich das Pflichtstück „In These Delightful Pleasant Groves“ von Henry Purcell. Für uns bedeutete das nicht nur das weitere Verbessern der Stücke, die wir für den Chorwettbewerb ausgewählt hatten, sondern wir mussten eben noch dazu ein neues Stück lernen. Dies bereitete uns allen viel Freude, vor allem, weil unser freundlicher Chorleiter uns mit viel Witz aber auch mitreißendem Ehrgeiz und Engagement dazu animierte, am Ball zu bleiben. Hinzu kam das tolle Gefühl, das entstand, als wir bemerkten, wie sich die Musik und unser Chorklang immer weiter verbesserte, runder und voller wurde. Es war schön, die langsame Entwicklung eines Stückes zu beobachten, wie es immer klarer wurde, und bloße Töne zu wunderschöner Musik wurden. So wuchs unsere Motivation fast jede Woche. Wir wollten wieder unser Bestes geben, unabhängig vom Ergebnis. Natürlich gab es auch Phasen, in denen wir scheinbar auf einem Punkt stehen geblieben zu sein schienen, der Stress dem Spaß überwog und in denen wir ein wenig unseren Ehrgeiz verloren hatten. Zum Glück konnten wir diese Phasen gut überwinden. Wichtig war es, dass wir unseren Spaß an dem Projekt behielten und dies taten wir, auch Dank unseres freundlichen Chorleiters. In den Osterferien fuhren wir dann für 3 Tage nach Oberwesel an den Rhein, um eine intensive Probenzeit zu haben, bevor dann im Mai das große Finale stattfinden sollte. Diese Tage waren sicher ein tolles Erlebnis, zwar sehr anstrengend aber auch voller toller Momente. Auch die Stimmbildnerinnen waren mitgefahren und nahmen sich jeder einzelnen Sängerin an, um ihr ganz persönlich Tipps für das Singen zu geben. Während dieser Zeit wurde bei uns allen das Selbstbewusstsein gestärkt und wir gingen voller Frische und mit dem Gefühl, wieder eine Menge gelernt zu haben, in die letzte Phase vor dem Wettbewerb. Zusatzproben standen an, wieder eine kleine Generalprobe vor Publikum und schon saßen wir am Donnerstag, 13. Mai 2010, im Bus, der uns nach Dortmund zum Chorwettbewerb bringen sollte. Dort angekommen, sahen wir schon eine Menge anderer „Kolleginnen“ und durften der Schola Cantorum Leipzig beim Warming up zuhören, bis wir an der Reihe waren, uns einzusingen. Langsam wuchs die Nervosität bei allen, und uns, einer Gruppe aufgedrehter Mädchen und auch dem freundlichen Chorleiter, viel es sichtlich schwer, ruhig zu bleiben und nicht herum zu albern. Die ersten Chöre begannen, vor der Jury zu singen, die Spannung wuchs. Und dann, scheinbar nach einer kleinen Ewigkeit, mussten schließlich wir in die Kirche, in welcher der Wettbewerb der Kategorie Mädchenchöre stattfand, einziehen. Alles war unglaublich leise, alle warteten gespannt, bis wir anfingen zu singen. Und dann legten wir los, auf das „Laudate Dominum“ von Colin Mawby folgte ein „Kyrie“ von Hugo Hammerström, danach sangen wir das Pflichtstück „In These Delightful Pleasant Groves“ von Henry Purcell, welches wir inzwischen sehr lieb gewonnen hatten. Das wohl spektakulärste Stück, da voll von ungewohnten Klängen, Strukturen und Intervallen, außerdem in schwedischer Sprache, war das zeitgenössische „Triumf att finnas till“ von der schwedischen Komponistin Karin Rehnqvist. Zum Abschluss sangen wir das schöne Volkslied „Abend wird es wieder“, bearbeitet von unserem Chorleiter Raimund Wippermann. Dann war es schon vorbei, wahnsinnig schnell und unglaublich, wo wir uns doch so lange auf nur diese 20 Minuten vorbereitet hatten. Jetzt hieß es warten- warten… WARTEN!!! Natürlich herrschte trotzdem schon eine ziemlich feierliche Stimmung, wir hatten unser Bestes gegeben, egal, wie das Ergebnis nun aussehen sollte! Umso mehr freuten wir uns dann am Freitagabend, als wir von unserem freundlichen Chorleiter erfuhren, dass wir am Samstag zumindest schon mal für den Sonderpreis für zeitgenössische Chormusik nominiert waren. Das bedeutete für uns schon mal, dass das schwerste Stück, „Triumf att finnas till“, gut angekommen sein musste! Am nächsten Tag drang dann auch die Nachricht zu uns durch, dass wir an dem Preisträgerkonzert teilnehmen sollten! Große Freude brach aus, und auch die Spannung der letzten Tage löste sich wieder ein wenig. Wir fuhren erneut nach Dortmund, sahen wirklich viele tolle Chöre und stellten in dem Sonderwettbewerb für zeitgenössische Chormusik noch einmal „Triumf att finnas till“ vor. Wieder hieß es warten und den restlichen Vormittag mit Eis essen und Plaudereien vertreiben. Am Nachmittag trafen dann schließlich alle Chöre auf dem Markt in Dortmund zusammen, was sicher für alle Beteiligten ein eindrucksvolles Erlebnis war. So viele Sänger und Sängerinnen auf engstem Raum aus ganz Deutschland. Schließlich wurden über Lautsprecher die Ergebnisse bekannt gegeben. Von überall ertönten Jubelschreie und schließlich wurde auch das Ergebnis bekannt gegeben, was uns laut Jubeln ließ: Wir hatten nicht nur ein hervorragendes Ergebnis von 23,4 Punkten erhalten, sondern waren damit auch Sieger über der Kategorie Mädchenchöre, 2. waren die Mädchen vom Kölner Dom und diese der Ulmer Spatzen mit jeweils 22 Punkten geworden! Die Freude und der Stolz über die gemeinsam erreichte Leistung ließ uns bester Laune in das Preisträgerkonzert im Konzerthaus einziehen und noch einmal zum feierlichen Abschluss das in der Zeit zuvor so häufig vorgetragene „Triumf att finnas till“ und das Volkslied „Abend wird es wieder“! vor einem brodelnden Publikum singen. Überglücklich fuhren wir wieder nach Hause, wo wir bei einer Chorkameradin, die schnell eine kleine Party bei sich organisiert hatte, noch lange feierten. Die Erfahrung, die uns das Projekt brachte, mit Disziplin aber ohne Zwang, mit viel Spaß und einer tollen Gemeinschaft zu einem tollen Ergebnis zu gelangen, brachte sowohl für jede einzelne von uns selbst etwas als auch für unsere Chorgemeinschaft, die nun noch mehr zusammengeschweißt wurde!

 

Laura-Alina Freytag