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DIMENSION DOMORGEL 2017

Essener Domorganisten: Kursawa, Schwab und Küchler-Blessing konzertieren gemeinsam am Mittwoch, 22. Februar

 

 

Der Raum der Essener Münsterkirche lässt sich in vielen Dimensionen betrachten: geschichtlich, architektonisch, kunsthistorisch, spirituell und – schlicht – räumlich.

 

Die Rieger-Orgel greift all diese Dimensionen auf: klanglich bis zur Renaissance zurückweisend, mit machtvollem Auxiliaire im Westwerk als Gegenpart, dem Ambo als Ort der Verkündigung gegenübergestellt: als Instrument des 21. Jahrhunderts zieht sie Hörer und Spieler in ihren Bann.

 

 

Die Konzertreihe „DIMENSION DOMORGEL“ führt die Dimensionen von Raum und Instrument zusammen: ergänzend zum solistischen Spiel bei den Orgelmeditationen und beim INTERNATIONALEN ORGELZYKLUS tritt die Domorgel hier in vier Konzerten jährlich in den Dialog mit anderen Instrumenten, Kunstformen (Stummfilm, Literatur, Tanz, bildende Kunst) und Musikern.

 

Dabei werden nicht nur Orgelempore und Stufen zum Altarraum als Musizierort genutzt, sondern nach und nach sämtliche Bereiche des Domes: von der unterirdischen Altfridkrypta bis hoch zur Äbtissinenempore, von der Idasäule als ältestem Ausstattungsgegenstand zur Adveniatkrypta als jüngstem Raum, vom Westwerk zur Orgelempore: jeder dieser Binnenräume hat auf die Hörer im Dom seine eigene Wirkung.

 

So ist DIMENSION DOMORGEL keine klassische “Orgel plus”-Reihe, sondern eine einzigartige Kombination aus Klang, Raum und Kunst und in dieser Form nur in der Essener Münsterkirche zu erleben.

 

DIMENSION DOMORGEL I

Essener Domorganisten

Mittwoch, 22. Februar 2017, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

– Konzert mit Pause und Gelegenheit zum persönlichen Austausch –

Prof. Jürgen Kursawa, Düsseldorf
Münsterorganist Jörg J. Schwab, Freiburg
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

Eine gute Orgel klingt unter jedem Organisten anders und will immer wieder neu in ihrem Klangreichtum entdeckt und ausgeschöpft werden, und so lädt dieser erste Abend von DIMENSION DOMORGEL 2017, die herrliche Rieger-Orgel unter den Händen und Füßen der Organisten zu erleben, die sie so intensiv kennengelernt haben und kennenlernen wie wohl niemand sonst.

 

Eine Pause lädt zum persönlichen Gespräch im Altfridsaal ein, bevor sich die drei Organisten die zweite Hälfte mit 274 Tasten, 69 Registern, 30 Fingern und sechs Füßen an „ihrem“ Instrument ausklingen lassen.

 

Prof. Jürgen Kursawa, Domorganist 2000-2007

Münsterorganist Jörg Josef Schwab, Domorganist 2008-2013

 

DIMENSION DOMORGEL II

„Music for a while“ – Bachpreisträger in concert

Mittwoch, 5. Juli 2017, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Benno Schachtner, Altus
Ursina Braun, Violoncello
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

Seit 1950 zählt der Internationale Bach-Wettbewerb Leipzig zu den wichtigsten Wettbewerben der Musikszene; zu seinen Preisträgern zählen Musiker wie Karl Richter, Ragna Schirmer oder Martin Stadtfeld.

Aus den Begegnungen der Teilnehmer und Preisträger entwickelt sich nicht selten eine langfristige musikalische Zusammenarbeit, und so kommen Benno Schachtner, der 2012 als erster Countertenor überhaupt Bachpreisträger des Bach-Wettbewerbs wurde und seither mit Ensembles wie der Akademie für Alte Musik Berlin oder dem RIAS-Kammerchor und Dirigenten wie Hans-Christoph Rademann und René Jacobs konzertiert und im vergangenen Jahr mit dem ECHO-Klassik und dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde, und die Cellistin Ursina Braun, frisch gekürte Bachpreisträgerin im Fach Violoncello auf Einladung von Domorganist Sebastian Küchler-Blessing, Bachpreisträger 2012, zusammen, um den Dom in all seinen Facetten zum Klingen zu bringen.

 

DIMENSION DOMORGEL III

Pantomime und Orgel

Mittwoch, 8. November 2017, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Pantomime JOMI
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

Eine stille Kunst ist sie, und gleichzeitig lädt sie zu Assoziationen, Bildern und Vertonungen ein: die Kunst der Pantomime.  Am dritten Abend von DIMENSION DOMORGEL nun ist sie in all ihren Schattierungen erlebbar – in der sprach-, ja tonlosen Ausprägung völliger Ruhe, beantwortet von Orgelmusik und gleichzeitig unterlegt mit Orgelklängen, die Domorganist Sebastian Küchler-Blessing zur Kunst des Pantomimen JOMI improvisieren wird.

 

DIMENSION DOMORGEL IV

„… da vor Freud alle Engel singen“ – Violine und Orgel

Konzert bei Kerzenschein

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Franziska Hölscher, Violine
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

Nach „Stradivari im Dom“ im Mai 2016 erfüllen nunmehr zum zweiten Mal Geigenklänge den Dom, wenn Franziska Hölscher, eine der gefragtesten Kammermusikerinnen ihrer Generation und in Konzertsälen in ganz Europa zu Gast, der Einladung von Domorganist Sebastian Küchler-Blessing zum gemeinsamen Musizieren folgt.

Wenn der jubilierende Violinton sich mit den Klängen der Domorgel vereint, wird das alte Kirchenlied lebendig, in dem es heißt „Fröhlich soll mein Herze springen / dieser Zeit, da vor Freud / alle Engel singen“; es mag dann fast so sein, als hinge der Himmel voller Geigen.

 

 

 

 

Der Eintritt zu DIMENSION DOMORGEL ist frei – wir bitten am Ausgang um eine Spende für die Essener Dommusik.

Kein Einlass nach Konzertbeginn.

 

 

 

 

Vergangene Konzerte:

2016

DIMENSION DOMORGEL I

Bilder einer Ausstellung – Schlagzeug und Orgel

Mittwoch, 3. Februar 2016, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Alexej Gerassimez, Schlagwerk
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

 

Die außergewöhnliche Kombination Schlagwerk und Orgel steht im Zentrum dieses ersten Konzerts von DIMENSION DOMORGEL 2016.
Statisch sei Orgel ihrem Wesen nach, wie es heißt, während das Schlagzeug einem Klischee nach als lautes, bloß rhythmisches Gerüst wahrgenommen wird, während „die eigentliche Musik“ von anderen Instrumenten komme.

Alexej Gerassimez, als ARD-Preisträger und Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs einer der führenden Schlagzeugsolisten seiner Generation, zeigt gemeinsam mit Domorganist Sebastian Küchler-Blessing an diesem Abend auf, dass möglicherweise das Gegenteil gilt: beide Instrumente lassen sich bis zur Unhörbarkeit hin spielen, beide sind extrem flexibel in der Klanggebung – und beide wirken aufs Schönste zusammen bei solch unterschiedlichen Werken wie den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky, für Schlagwerk und Orgel bearbeitet, oder etwa dem „Reliquienschrein“ von Tilo Medek.

 

 

Der eigens für diesen Abend ausgestellte Altfridschrein aus dem Essener Domschatz lädt zur Betrachtung der Idee ein, die Medek zur Komposition dieses besonderen Werks inspirierte:

„Mich interessierte der mit Edelsteinen, Gold und vielerlei anderem überwucherte Kasten, im dem Dinge aufbewahrt wurden und werden (…) und ich spielte mit dem Worte und fragte mich: ob „Reliquien schrei’n“?

 

 

 

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Claus Pohl: Altfridschrein, 1974. Essener Domschatz

 

DIMENSION DOMORGEL II

Stradivari im Dom

Mittwoch, 11. Mai 2016, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Tobias Feldmann, Violine
Gabriel Schwabe, Violoncello
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

Seit Jahrhunderten geht eine ungebrochene Faszination vom Namen Stradivari aus – legendär sind die Streichinstrumente, die zwischen 1667 und 1737 in seiner Werkstatt in Cremona enstanden sind, und seit Jahrhunderten werden sie von den größten Instrumentalisten ihrer Zeit gespielt. Besonders auf junge, hochbegabte Streicher üben sie mit ihrem unbeschreiblichen warmen Klang größten Reiz aus: Fast jeder möchte „einmal einen alten Italiener spielen“.

 

Die in Hamburg beheimatete Deutsche Stiftung Musikleben rief vor mehr als 20 Jahren zusammen mit dem Bundesministerium des Innern den Deutschen Musikinstrumentenfonds ins Leben. Er ist auf mittlerweile über 190 kostbare Streichinstrumente angewachsen und bietet jungen Musikern wichtige Unterstützung: für die meisten sind von ihnen Meisterinstrumente von Stradivari, Guarneri, Gagliano, Guadagnini & Co. unerschwinglich.

Am heutigen Abend nun sind zwei junge Musiker, die lange Jahre schon von der Deutschen Stiftung Musikleben gefördert werden, mit ihren wundervollen Instrumenten im Essener Dom zu Gast und musizieren gemeinsam mit Domorganist Sebastian Küchler-Blessing Werke von Bach, Rheinberger und – dies ist am 100. Todestag eine Ehrensache – Max Reger:

 

Gabriel Schwabe, Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs, weiterhin ausgezeichnet beim Grand Prix Emanuel Feuermann und beim Concours Rostropovitch in Paris, ist exklusiv beim Label Naxos unter Vertrag und arbeitet als Kammermusiker regelmäßig mit den bedeutendsten Instrumentalisten ihres Fachs – etwa Albrecht Mayer, Nils Mönkemeyer oder Nicolas Altstaedt – zusammen. Im vergangenen Herbst gab er auf Einladung der Berliner Philharmoniker sein Recital-Debüt in der Berliner Philharmonie.

Gabriel Schwabe spielt ein in Italien gebautes Violoncello (Brescia, um 1600) – eine großzügige Leihgabe aus Privatbesitz.

 

Tobias Feldmann, bereits zu Schulzeiten Konzertmeister des Bundesjugendorchesters (bjo) unter Dirigenten wie Sir Simon Rattle und Kurt Masur, ging aus allen seiner elf internationalen Wettbewerbsteilnahmen als Preisträger hervor – so etwa beim renommierten Königin Elisabeth Wettbewerb 2015 in Brüssel, dem Internationalen Joseph Joachim Wettbewerbs Hannover und als Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs.

Seit zwei Jahren spielt er als Preisträger des 21. Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds in der Deutschen Stiftung Musikleben eine im Jahre 1703 von Antonio Stradivari, Cremona, erbaute Violine aus dem Besitz der Bundesrepublik Deutschland.

 

Tobias Feldmann

Tobias Feldmann mit „seiner“ Stradivari

Dieses Konzert findet statt mit freundlicher Unterstützung der
DSM logo

 

DIMENSION DOMORGEL III

Kindertotenlieder

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Axel Thielmann, Rezitation
Harald Martini, Bariton
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

Gustav Mahler: Kindertotenlieder, bearbeitet für Bariton und Orgel

Viktor Ullmann: „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ für Sprecher und Orgel (entstanden im Konzentrationslager Theresienstadt, 1944)

Paul Celan: Todesfuge (1944-45)

 

Das mit Abstand düsterste Konzert in der Reihe DIMENSION DOMORGEL bringt „die größte Totenklage der Welt“, wie Hans Wollschläger die „Kindertodtenlieder“ von Friedrich Rückert nannte (als Reaktion auf den Tod zweier Kinder von Rückert entstanden, musste Gustav Mahler kurze Zeit nach ihrer Vertonung den Tod seiner eigenen Tochter Maria-Anna erleben) zusammen mit einem der tragischsten Werke der Musikliteratur: keine drei Wochen vor seiner Deportierung nach Ausschwitz setzte der Komponist Viktor Ullmann im Konzentrationslager Theresienstadt die Schlussdatierung unter „12 Stücke für Sprecher und Orchester oder Klavier“, unter die Vertonung des „Cornets“ von Rainer Maria Rilke.

Diese beiden Kompositionen werden verbunden durch Rezitation und Orgelimprovisation der „Todesfuge“ von Paul Celan, unter dem Eindruck der Shoa entstanden: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“.

 

So beleuchten Axel Thielmann, Autor und Sprecher beim MDR, der neue Leiter der Essener Domsingknaben, Harald Martini, und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing die schwärzesten Seiten des Menschseins: durch unverschuldetes Elend, durch Schicksalsschläge einerseits, durch Bösartigkeit und teuflische Verderbtheit andererseits.

 

DIMENSION DOMORGEL IV

Bachpreisträger spielen Brandenburgische Konzerte

Konzert bei Kerzenschein

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Johannes Lang, Potsdam
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

Einer großen Beliebtheit erfreut sich das vierhändige Klavierspiel; schon Wolfgang Amadeus Mozart konzertierte mit seiner Schwester, dem „Nannerl“, regelmäßig an zwei Klavieren und vierhändig, und es ist diese ureigenste Form von Klavierkammermusik eine wunderbare Gelegenheit, den ganzen Klang- und Tonreichtum dieses Instruments auszuloten.

 

Die alte Praxis, Orchesterwerke für Klavier zu vier Händen zu übertragen und somit in ein neues Klanggewand zu hüllen, ist geistiger Vater dieses Abends: zwei Bachpreisträger des XVIII. internationalen Bachwettbewerbs Leipzig 2012, Johannes Lang und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing, musizieren die „Brandenburgischen Konzerte“ von Johann Sebastian Bach, von Max Reger für Klavier zu vier Händen übertragen – nur eben nicht auf Klavier, sondern auf der Domorgel, und nicht nur vierhändig, sondern „zu vier Händen und vier Füßen“.

 

5.11.2012 Sebastian Küchler-Blessing, Organist und Pianist, spi

 

2015

DIMENSION DOMORGEL I

Rhapsody für Trompete und Orgel

Mittwoch, 11. Februar 2015, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Reinhold Friedrich, Trompete
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

 

 

Die „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin ist der Namensgeber für das erste Konzert von DIMENSION DOMORGEL im Jahr 2015 – sie wird in einer Bearbeitung für Trompete und Orgel erstmals im Essener Dom erklingen. Weitere rhapsodische, also freie, fantasiereiche Musik wie die berühmte Toccata und Fuge d-moll BWV 565 von Johann Sebastian Bach lässt goldenen Trompetenglanz und machtvollen Orgelton zusammenklingen.

 

Mit Reinhold Friedrich ist einer der führenden Trompeter der Welt im Essener Dom zu Gast; seit seinem Erfolg beim internationalen Musikwettbewerb der ARD 1986 auf allen großen Podien der Welt zu Hause zählt er zu den prägenden Musikern unserer Zeit.

 

DIMENSION DOMORGEL II

Orgel³ – Improvisation im Dom

Mittwoch, 29. April 2015, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Prof. Karl Ludwig Kreutz, Konz/Freiburg
Jan Esra Kuhl, Freiburg/Köln
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

 

Neun verschlossene Umschläge – drei Organisten – eine Aufgabe: aus dem Moment heraus über drei Themen – ein Lied, ein Bild, ein Text – improvisieren, also spontan und trotzdem formvollendet Musik erfinden.

Dieser freundschaftliche musikalische Wettstreit des zweiten Konzerts von DIMENSION DOMORGEL ist einer alten Kunst gewidmet: Das Spielen „ex tempore“, also aus dem Moment heraus, war in früheren Zeiten Rüstzeug eines jeden guten Musikers – Liszt, Chopin, Mendelssohn, Mozart, Bach waren berühmt für ihr unvorhersehbares, improvisierendes Musizieren. Im letzten Jahrhundert zunehmend auf Kirchenmusik und Jazz beschränkt, kommt diese alte Kunst des freien Spielens wieder immer mehr zu Ehren, und so zeigt auch dieser Abend eindrucksvoll, wie unterschiedlich Musik entstehen, klingen und wirken kann.

 

Aus der Tradition der Freiburger Musikhochschule kommen die drei Musiker: Jan Esra Kuhl, ausgebildet in Komposition, Kirchenmusik und Musiktheorie ist wie Domorganist Sebastian Küchler-Blessing Schüler von Prof. Karl Ludwig Kreutz, sodass dieses Konzert auch ein Gruß der jungen Musiker an ihren ehemaligen Lehrer ist.

 

DIMENSION DOMORGEL III

Stummfilm und Orgel

Mittwoch, 28. Oktober 2015, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Robert Wiene: „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

 

Eine vergleichsweise junge Kunstform ist im Zusammenspiel mit der Orgel im dritten Konzert zu erleben: Domorganist Sebastian Küchler-Blessing improvisiert live zum expressionistischen Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“ von Robert Wiene aus dem Jahre 1920, einem der Schlüsselwerke der Filmgeschichte.

 

DIMENSION DOMORGEL IV

Syrinx und Caecilia – Flöte und Orgel

Mittwoch, 16. Dezember 2015, 19.30 Uhr

Hoher Dom zu Essen

Daniela Koch, Flöte
Domorganist Sebastian Küchler-Blessing

 

 

Wie dann Pan, da schon er gedachte zu haschen die Syrinx,
Statt der Nymphe Gestalt Schilfrohr in den Armen gehalten,
Und, als seufzend er stand, die wehende Luft in dem Schilfe
Leises Geflüster erregt, das ähnlich ertönte wie Klage,
Wie er entzückt vom Zauber des Tons und der neuen Erfindung
Hatte gesagt: „Das soll fortan uns beide vereinen!“
Und an den Halmen sodann, die er ungleich untereinander
Hatte verbunden mit Wachs, den Namen des Mädchens erhalten.

 

So beschreibt Ovid in seinen Metamorphosen die Erfindung der Flöte durch den liebestrunkenen Gott Pan, und ähnlich tragisch ist auch das Schicksal der heiligen Caecilia: zu Orgelklängen gegen ihren Willen mit dem Römer Valerian verheiratet, soll bei der Hochzeit in ihrem Herzen gesungen haben: „Lass, Herr, mein Herz und meinen Körper unbefleckt bleiben, auf dass ich nicht zuschanden werde.“

 

 

Auf Debussys „Syrinx“, aus der Adveniat-Krypta erklingend, antwortet die Orgel mit dem vielleicht berührendsten, innigsten Choralvorspiel der Orgelmusik: „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ von Johannes Brahms, und so beleuchtet nun dieser adventliche Abend das Gegeneinander und Miteinander von Flöte, erklingend durch den menschlichen Atem der ARD-Preisträgerin und Soloflötisin der Bamberger Symphoniker, Daniela Koch, und der von einem komplexen Windsystem, maschinell mit „Atem“ erfüllten Domorgel.

 

Termin- und Programmänderungen vorbehalten